Diese Anleitung richtet sich in erster Linie an die Neulinge unseres Hobbies, doch auch den "alten Hasen" könnte die eine oder andere Technik nochmal ins Gedächtnis gerufen werden.
Bits besitzen bekanntlich eine digitale Steuerung (von proportional gesteuerten Autos, die maßstäblich in die Kategorie der Bits passen, soll hier einmal abgesehen werden), das bedeutet, sowohl Lenkung, als auch die Beschleunigung und das Bremsen (genauer: Rückwärtsfahren) erfolgt nach dem "Alles-oder-nichts-Prinzip": Entweder lenkt man voll ein oder gar nicht.
Trotz dieser "Einschränkung" gibt es etliche Fahrtechniken aus dem Autorennsport, die auch beim Bitfahren funktionieren:
WICHTIG!
- Die Reifen und der Untergrund dürfen nicht zuviel Haftung bieten!
- Der Motor sollte nicht zu schwach gewählt sein!
Evtl. muß auch das kurze Getriebe (1:12) eingesetzt werden, damit die Räder beim Anfahren leichter durchdrehen.
Auf einer glatten, staubfreien Oberfläche (Tisch, Laminat- oder PVC-Boden, etc.) könnte es mit den Standardreifen und einem 2.2er Motor klappen, ansonsten die blauen Reifen (TOMY GS-07 oder Perfection) oder Microsizerreifen mit Blockprofil aufziehen.
1. Vollbremsung:
Beim Geradeausfahren die Rückwärtstaste drücken, bis das Bit zum Stillstand kommt.
Hierbei die Taste lange genug drücken, um nicht weiter vorwärts zu rollen und rechtzeitig loslassen, um nach dem Stillstand nicht rückwärts anzufahren.
2. Drift:
Aus der Fahrt einlenken und gleichzeitig die Rückwartstaste antippen, um das Heck des Bits herumrutschen zu lassen, dann in die entsprechende Richtung weiterfahren. Unterschiedliche Richtungsänderungen ausprobieren, z.B. 90°, 60°, 120° usw.
3. 180°-Wende aus der Fahrt ("Handbremsenwende"):
Beginn wie unter 2. beschrieben; steht das Bit entgegen der ursprünglichen Fahrtrichtung, vorwärts in die Richtung zurück fahren, aus der man kam,
oder rückwärts in die ursprüngliche Richtung weiterfahren.
4. 180°-Wende aus der Rückwärtsfahrt:
Das gleiche nochmal aus der Rückwärtsfahrt versuchen: Rückwärts geradeaus, Einlenken, dadurch um 180° herumrutschen und vorwärts weiterfahren. Hier zeigt sich, ob man zuviel Grip hat, da das Bit beim Einlenken aus der Rückwärtsfahrt sich eher überschlägt als aus der "üblichen" Fahrtrichtung.
5. Doughnuts:
Aus dem Stillstand anfahren und gleichzeitig einlenken. Das Bit sollte nahezu auf der Stelle kreisen. Die Lenkungstaste loslassen (evtl. kurz vom Gas gehen) und geradeaus weiterfahren. Auch hier unterschiedliche Fahrtrichtungen anpeilen und versuchen, aus der Drehung in die gewollte Richtung zu fahren.
6. Kreisbahnen mit unterschiedlichen Radien (Spiralen):
Zuerst einen Kreis fahren, indem man die Vorwärts- und die Lenkungstasten gedrückt hält.
Dann die Lenkungstaste gedrückt halten und die Vorwärtstaste immer wieder antippen. Nun sollte der Kreis, den das Bit fährt, deutlich enger werden (bei jedem Antippen drehen die Hinterräder leicht durch, das Bit driftet also in jeden Kreisabschnitt).
Dann wieder die Vorwärtstaste gedrückt halten und die Lenkungstaste antippen; der Kreis wird größer (das Bit lenkt immer nur kurz ein, fährt dazwischen immer ein kleines Stück geradeaus).
In der richtigen Reihenfolge kann man so Spiralen fahren: enge Kreise (Vorwärts antippen), die weiter werden (beides gedrückt halten, dann Lenkung tippen). Danach die Bahnen wieder enger werden lassen.
7. Slalom:
Vier bis fünf Pylonen, Reifen, Batterien o.ä. in einer Reihe im Abstand von 20 cm zueinander aufstellen und im Slalom zwischendurchfahren. Am Ende Wenden und zurückfahren. Ist recht unspektakulär, aber es erfordert ein gleichmäßiges Lenken und man hat die Möglichkeit, einige durch die obigen Fahrtechniken gewonnenen Erkenntnisse über das Setup anzuwenden.
All diese Fahrtechniken sind zwar nicht unbedingt erforderlich, um bei Bitrennen gut abzuschneiden (erst recht nicht, wenn es sich um Vollbandenstrecken handelt, da sind andere Dinge entscheidender), aber sie machen eine Menge Spaß und können auch auf der Strecke ganz brauchbar sein. Gerade nach einem ungewollten Dreher mag man ja schnellstmöglich Wenden (3., 4. und 5.).
Die Drifttechnik (2.) ist auch ganz praktisch, wenn man eine engere Kurve oder eine Reihe von eng aufeinanderfolgenden Kurven falsch anfährt.
Die Spiralen (6.) zeigen, daß es auch mit einer digitalen Lenkung möglich ist, unterschiedlich weite Kurvenradien zu fahren. Gerade diese Übung erfordert ein passendes Setup; evtl. ein 1:12-Getriebe verwenden und unterschiedliche Reifen ausprobieren, u.U. auch an den Hinterrädern andere Reifen als vorne benutzen.